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Harnblasenentleerungsstörungen nach Rektumoperationen

Harnblasenentleerungsstörungen nach Rektumoperationen,10.1007/s00104-009-1790-0,Chirurg,V. Zugor,I. Miskovic,K. Matzel,W. Hohenberger,W. Neuhuber,A. L

Harnblasenentleerungsstörungen nach Rektumoperationen  
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Zusammenfassung Ziel  Die funktionellen Harnblasenentleerungsstörungen nach Rektumresektion wurden am eigenen Patientenkollektiv untersucht. Da die Neuroanatomie des kleinen Beckens sehr komplex ist, ist das Ziel dieser Studie, die Inzidenz und Form der Harnblasenentleerungsstörungen zu evaluieren. Material und Methoden  Im Zeitraum 2000 bis 2004 wurden an der Chirurgischen Universitätsklinik Erlangen 536 Patienten aufgrund eines Rektumkarzinoms operiert. Patienten mit einem Tumorrezidiv und Patienten, die bisher verstarben, wurden nicht in die Studie aufgenommen (140 Patienten). Die übrigen Patienten wurden retrospektiv mittels standardisierter Fragebögen zu ihrer prä- und postoperativen Harnblasenfunktion befragt. Bei einer Rücklaufquote von ca. 70% konnten endgültig 278 Fragebögen ausgewertet werden. Ergebnisse  Unser Patientenkollektiv bestand aus 167 Männern und 111 Frauen (durchschnittliches Alter 63 Jahre, mittlere Nachbeobachtungszeit 2,6 Jahre). Das Alter (65 Jahre) erwies sich bezüglich der funktionellen Blasenentleerungsstörungen nicht als signifikant (p>0,05). Eine Pollakisurie hatten 20 Patienten vor und 63 nach Rektumresektion. Nykturie gaben 9 Patienten vor und 55 nach der Operation an. Einen imperativen Harndrang empfanden 9 Patienten vor und 47 nach der Operation. Belastungsinkontinenz Grad I war präoperativ bei 21 Patienten vorhanden, Grad II bei 4 und Grad III bei einem Patienten. Postoperativ klagten 43 Patienten über eine Belastungsinkontinenz Grad I, 20 Patienten über Grad II und 15 über Grad III. Die postoperative Lebensqualität wurde von 57 Patienten als sehr eingeschränkt und von 85 als mäßig eingeschränkt beschrieben. Urologische Behandlungen hatten 33 Patienten in Anspruch genommen. Schlussfolgerung  Funktionelle Harnblasenentleerungsstörungen nach Rektumresektion sind häufig auftretende Komplikationen, die für ihre klinische Bedeutung in der Literatur zu wenig thematisiert sind. Nur wenige betroffene Patienten nehmen eine urologische Mitbehandlung in Anspruch. Es sind weitere Studien erforderlich, um die Neuroanatomie des kleinen Beckens besser zu verstehen und um so intraoperative Nervenläsionen so weit wie möglich zu vermeiden.
Journal: Chirurg , vol. 81, no. 1, pp. 56-60, 2010
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